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Weitere Details
Dass die neue Orgel in Dienst gestellt werden konnte, geht auf die
Initiative des Freundeskreises Wuppertaler Orgeltage (WOT) zurück:
im Jahre 1989 wurde eine groß angelegte Spendenaktion ins Leben
gerufen, der nicht zuletzt zahlreiche, auch von der heimischen Industrie
unterstützte Benefizveranstaltungen dienten. Nahezu € 30.000,– waren
bereits zusammengekommen, als die Familie Mittelsten Scheid, Gesell-
schafter der Firma Vorwerk & Co., im Sommer 1991 beschloss, eine neue
Orgel für die Stadthalle vollständig zu stiften. Nach Überprüfung mehrerer
Angebote erhielt die Orgelbauwerkstatt Siegfried Sauer in Höxter-Ottber-
gen den Auftrag. Die durch die WOT-Aktion angesammelten Gelder waren
damit entbehrlich geworden, konnten aber bald in einem neuen zweck-
gerechten Projekt ihre weitere Verwendung finden: auch das Fernwerk
der alten Orgel war mangels Wartung in den Jahren des 2. Weltkrieges
verfallen. Was lag näher, als diese für romantische Musik außerordentlich
wertvolle kleine Zusatzorgel wieder zu errichten? Die angesammelten
Gelder wurden daher umgewidmet und weitere Aktionen – u.a. die Pro-
duktion einer CD – zur Mitfinanzierung des Vorhabens gestartet. Mit seiner
gleichzeitigen Fertigstellung besitzt unsere Stadt nun sicherlich eine der
klanglich vielseitigsten Konzertorgeln in Deutschland.

Die Anforderungen an eine Konzertorgel gehen weit über den gemeinhin
für Kirchen üblichen Rahmen hinaus: sie muss den Klangvorstellungen
des Frühbarocks, der Zeit Bachs und der Romantik ebenso Rechnung
tragen, wie sie zur Darstellung der französischen Orgelsymphonik und
zeitgenössischer Werke geeignet sein sollte. Ebenso hat sie als Begleit-
und Continuo-Instrument zu dienen; und als Partner großer Symphonie-
orchester braucht sie Fülle, Farbe und Tragfähigkeit. Aber auch praktisch
muss sie sein: als Soloinstrument hat sie den Interpreten sensibel in die
Tongestaltung einzubinden, sie soll ihn bei der Handhabung der Vielzahl
der klanglichen Möglichkeiten entlasten, und im Zusammenwirken mit
dem Orchester ist eine räumlich optimale Integration von Spieler und
Klangkörper dringend erforderlich. Die Benennung ihrer Aufgaben ver-
deutlicht gleichzeitig die konstruktiven und dispositionellen Vorgaben,
die für den Bau einer Konzertorgel zu fomulieren sind:

- Schleifladen,
- eine stationäre Spielanlage im Sockel der Orgel sowie ein fahrbarer
  Spieltisch auf dem Podium für das Zusammenwirken mit dem Orchester,
- moderne Spielhilfen, vor allem eine Setzeranlage mit ausreichenden
  Kapazitäten, um die vielfältigen Registermischungen eines Konzerts
  vorpogrammieren zu können,
- eine breite Palette von weit mensurierten Prinzipal-, Gedackt- und
  Flötenstimmen, die vor allem in der Aequallage satte Grundtöne
  gewährleisten,
- Streicherstimmen nach deutsch-romantischer Tradition,
- charakteristische Zungen- und überblasende Flötenstimmen, wie sie
  Cavaillé-Coll in großen Orgeln der französischen Kathedralen verwendete,
- ein Pedalwerk, das für Cantus-firmus-Registrierungen sowie zur
  Gewährleistung eines satten Baßfundaments gleichermaßen gut
  geeignet ist,
- ein an Klangfarben reich besetztes, dynamisch differenziert wirksames
  Schwellwerk, und nicht zuletzt:
- ein werkgerechter Aufbau, wobei das Positiv räumlich möglichst engen
  Kontakt zur Chortribüne und zum Orchesterpodium haben sollte.




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